Social Selling auf LinkedIn baut Vertrauen und Sichtbarkeit auf. Die wirksamste erste Maßnahme ist ein optimiertes Verkäuferprofil in Kombination mit einem relevanten Content-Plan. Erst danach folgt gezielter Netzwerkaufbau. Direktansprache per Werbenachricht braucht in Deutschland eine Einwilligung, sonst drohen rechtliche Risiken nach dem UWG.
Kurz gesagt:
- Eine professionelle Profilgestaltung und ein relevanter Content-Plan sind die wichtigsten Grundlagen für erfolgreiches Social Selling auf LinkedIn.
- Direkte Werbenachrichten ohne vorherige Einwilligung sind in Deutschland rechtlich riskant und können als unzulässiger Spam gelten.
- Das gezielte Netzwerkaufbau und eine klare Content-Strategie erhöhen die Sichtbarkeit bei nicht aktiv kaufenden Entscheidungsträgern ohne hohe Kosten.
- Automatisierung kann beim Skalieren helfen, führt aber bei massenhaften, unpersönlichen Kontaktversuchen zu geringeren Response-Raten.
- Die Nutzung von LinkedIn im internationalen Kontext erfordert strenge Beachtung der jeweiligen Datenschutz- und Werberegeln, um Abmahnungen zu vermeiden.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Social Selling im B2B? Eine knackige Definition
- Warum LinkedIn? Relevanz, Hebel und Umsatzwirkung für B2B-Teams
- Prioritäten-Check: Welche Aktivitäten zuerst und warum
- LinkedIn-Profil optimieren: Eine konkrete Checkliste für Verkäufer
- Netzwerkaufbau und Beziehungsmanagement: Segmentieren, vernetzen, nachhalten
- Content-Strategie für Social Selling: Formate, Frequenz und Enablement
- Outreach und Recht: UWG, Einwilligung und rechtssichere Alternativen
- Messen und Reporting: KPIs, Tools und praktische Benchmarks
- Praxisinsight: Wie eine B2B-Matching-Plattform Social Selling ergänzen kann
- Vertiefung zu Compliance-Themen im internationalen Kontext
- Integration von Social Selling in den gesamten Vertriebsprozess
- Best Practices für den Umgang mit Gatekeepern und Entscheidungsträgern
- Kurzvorstellung: Die Venthra-Mitgliedschaft als ergänzende Option
- FAQ
- Quellen
Was ist Social Selling im B2B? Eine knackige Definition
Social Selling bezeichnet den strategischen Aufbau von Vertrauen und Sichtbarkeit über soziale Profile, mit dem Ziel, relevante Geschäftskontakte zu gewinnen. Es ist kein Werbekanal und keine Variante der Kaltakquise. Wer auf LinkedIn postet, kommentiert und sich vernetzt, verkauft nicht sofort, sondern positioniert sich als Ansprechpartner, an den sich potenzielle Kunden erinnern, wenn der Bedarf entsteht.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn die meisten Einkäufer befinden sich gar nicht im aktiven Kaufmodus. Nach Angaben von Oktopost sind bis zu 95 % der Käufer zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht aktiv auf der Suche nach einer Lösung. Genau deshalb zählt Sichtbarkeit mehr als Pitching: Wer erst dann auftaucht, wenn der Bedarf akut wird, hat den Vorsprung bereits verloren.
Social Selling grenzt sich also klar ab von:
- Klassischer Werbung, die auf Reichweite statt auf Beziehung setzt.
- Kaltakquise, die ohne vorherigen Kontaktpunkt direkt verkaufen will.
- Reiner Lead-Generierung über gekaufte Listen ohne inhaltliche Substanz.
Wer diese drei Dinge vermischt, verschenkt das Potenzial der Plattform und riskiert zusätzlich rechtliche Probleme, auf die wir später eingehen.
Warum LinkedIn? Relevanz, Hebel und Umsatzwirkung für B2B-Teams
LinkedIn hat sich zur zentralen Plattform für B2B-Entscheider entwickelt. Laut der Vertriebszeitung ist die Plattform mittlerweile fester Bestandteil moderner B2B-Vertriebsprozesse, auch wenn sie den klassischen Vertrieb nicht ersetzt, sondern um digitale Kontaktpunkte erweitert. Entscheider recherchieren, vernetzen sich international und bilden sich eine Meinung über Anbieter, lange bevor ein Vertriebsgespräch stattfindet.
Ein wichtiger Hebel liegt in der Employee Advocacy: Wenn mehrere Mitarbeitende aus Vertrieb und Fachabteilungen Inhalte teilen, multipliziert sich die organische Reichweite deutlich stärker, als ein einzelnes Unternehmensprofil es je könnte. Damit das funktioniert, müssen Marketing und Sales ihre Prozesse abstimmen. Marketing liefert den Content-Runway, Sales bringt die Nähe zum Kunden ein.
Laut Vertriebszeitung kosten gekaufte Leads über Kampagnen typischerweise zwischen 5 € und 15 € pro Kontakt. Diese Zahl lohnt sich als Referenzpunkt: Organisches Social Selling verursacht keine direkten Kosten pro Lead, bindet aber Zeit und Pflege über mehrere Kontaktpunkte. Für Teams, die ihr Budget genau kalkulieren, ist dieser Vergleich ein guter Ausgangspunkt für die Investitionsentscheidung zwischen Paid-Kampagnen und organischem Aufbau.
Wichtig bleibt: Automatisierung kann beim Skalieren helfen, etwa beim Vernetzen oder Nachhalten. Standardisierte Massennachrichten senken jedoch die Antwortquote und wirken schnell unpersönlich.
Prioritäten-Check: Welche Aktivitäten zuerst und warum
Nicht jede Social-Selling-Maßnahme bringt sofort Ergebnisse. Eine klare Reihenfolge verhindert, dass Teams Energie in die falschen Aufgaben stecken.
- Profiloptimierung als Fundament: Ohne ein überzeugendes Profil verlieren alle folgenden Aktivitäten an Wirkung, weil Interessenten beim ersten Blick abspringen.
- Gezielter Netzwerkaufbau: Sobald das Profil steht, folgt die Auswahl der richtigen Zielkontakte nach klaren Kriterien statt wahlloser Vernetzung.
- Content-Plan aufsetzen: Parallel zum Netzwerkaufbau braucht es einen Rhythmus an Beiträgen, der Vertrauen über Zeit aufbaut.
- Reporting-Setup einrichten: Schon früh sollten Profilansichten, Interaktionen und Gesprächsanfragen dokumentiert werden, um den Fortschritt sichtbar zu machen.
- Paid-Kampagnen erst bei validiertem Zielkundenprofil: Bezahlte Reichweite lohnt sich erst, wenn klar ist, welches Kundensegment am besten reagiert.
Diese Abfolge spiegelt die Hebelwirkung der jeweiligen Maßnahme wider. Ein makelloses Profil ohne Netzwerk bringt wenig, ein großes Netzwerk ohne Content verblasst schnell. Teams, die alle vier Punkte gleichzeitig angehen wollen, verzetteln sich erfahrungsgemäß und erzielen in keinem Bereich sichtbare Fortschritte. Besser ist ein Quartal pro Baustein, mit klaren Meilensteinen und einer kurzen Retrospektive am Ende jeder Phase.
LinkedIn-Profil optimieren: Eine konkrete Checkliste für Verkäufer
Das Verkäuferprofil ist die Visitenkarte im Social Selling. Es muss in Sekunden zeigen, wem geholfen wird und wie.
- Headline mit Zielgruppe und Nutzen: Statt “Sales Manager bei Firma X” lieber “Ich helfe Mittelständlern, ihre Logistikkosten zu senken”.
- About-Sektion als Kurzberatung: Problem benennen, Ergebnis skizzieren, mit einer klaren Handlungsaufforderung schließen.
- Belege einbinden: Projektreferenzen, PDFs mit Kundenstimmen oder kurze Video-Snippets aus Projekten schaffen Glaubwürdigkeit.
- Profil-SEO berücksichtigen: Relevante Begriffe aus der Branche und den gesuchten Leistungen gehören in Headline, About und Erfahrungsfeld.
- Empfehlungen aktiv einholen: Zwei bis drei aktuelle Empfehlungen von Kunden wirken glaubwürdiger als zehn alte.
Die About-Sektion verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sie oft übersehen wird. Viele Profile listen dort nur Stationen auf, anstatt konkret zu erklären, welches Problem gelöst wird und für wen. Eine Struktur aus Problem, Lösung und Kontaktaufforderung funktioniert zuverlässiger als eine reine Lebenslauf-Kopie.
Profi-Tipp: Verlinken Sie in der About-Sektion ein konkretes Projektergebnis mit Zahl und Kontext, statt allgemein von “Erfolgen” zu sprechen.
Medien wie PDFs oder kurze Videoclips erhöhen die Verweildauer auf dem Profil deutlich. Wer ein zweiminütiges Case-Video hochlädt, in dem ein Kunde das Ergebnis in eigenen Worten beschreibt, wirkt greifbarer als jede Textbeschreibung.
Netzwerkaufbau und Beziehungsmanagement: Segmentieren, vernetzen, nachhalten
Wahlloses Vernetzen bringt wenig. Erfolgreiche Teams arbeiten mit klar definierten Zielsegmenten und einem strukturierten Vorgehen.
- Zielkundenprofil definieren: Branche, Unternehmensgröße, Position und typische Herausforderungen vorab festlegen.
- Suchfilter gezielt nutzen: Mit LinkedIn Sales Navigator lassen sich Zielsegmente nach Funktion, Seniorität und Unternehmensgröße präzise eingrenzen.
- Warm-Up über Kommentare: Vor der Vernetzungsanfrage auf Beiträge der Zielperson reagieren, statt sofort eine Anfrage zu senden.
- Vernetzungsanfrage mit Kontext: Eine persönliche Notiz erhöht die Annahmequote spürbar gegenüber der Standardanfrage.
- Follow-up dokumentieren: Jeder Kontaktpunkt gehört ins CRM, damit das nächste Gespräch nahtlos anschließt.
Sales Navigator lohnt sich besonders für Teams, die über reine Bauchgefühl-Ansprache hinauswollen. Die Filter nach Jobwechsel, Unternehmenswachstum oder Beitragsaktivität liefern Anhaltspunkte, wann ein Kontakt besonders empfänglich für ein Gespräch ist.
Das Warm-Up über Kommentare wird häufig unterschätzt. Wer regelmäßig sinnvoll auf Beiträge der Zielperson reagiert, baut über Wochen eine Bekanntheit auf, wodurch eine spätere Nachricht deutlich natürlicher wirkt. Eine Dokumentation im CRM, auch für scheinbar kleine Interaktionen, verhindert, dass wertvolle Kontaktverläufe verloren gehen, wenn mehrere Teammitglieder denselben Account betreuen.
Content-Strategie für Social Selling: Formate, Frequenz und Enablement
Ohne regelmäßigen, nützlichen Content bleibt das beste Profil wirkungslos. Die Wahl des Formats entscheidet dabei oft über die Reichweite.
- Kurzpostings mit klarer Kernaussage: Ein beobachtbares Problem plus eine konkrete Einschätzung, ohne Umschweife.
- Mini-Fallstudien: Ausgangssituation, Maßnahme und Ergebnis in wenigen Absätzen.
- Video-Shorts: Kurze Erklärvideos funktionieren auf LinkedIn zunehmend gut, besonders wenn sie Gesichter statt reiner Folien zeigen.
- Carousel-Posts: Mehrseitige Bildstrecken eignen sich gut, um einen Prozess oder eine Checkliste visuell aufzuschlüsseln.
Für die Videoproduktion lohnt sich ein Blick auf geeignete Formate für LinkedIn, die zeigen, welche Länge und Bildsprache auf der Plattform tatsächlich funktionieren.
Eine Frequenz von etwa zwei eigenen Beiträgen pro Woche je Verkäufer, ergänzt durch tägliche Interaktionen mit fremden Beiträgen, hat sich in der Praxis als tragfähiger Rhythmus etabliert. Wichtiger als die Frequenz ist allerdings die Konsistenz über mehrere Monate.
Profi-Tipp: Stellen Sie Verkäufern fertige Post-Vorlagen bereit, die sie in eigenen Worten anpassen, statt komplett neuen Content von null verlangen zu müssen.
Damit das gelingt, braucht es Enablement durch Marketing: Ready-to-share-Beiträge, einfache Vorlagen und kurze Workshops zur Formulierungshilfe. Laut Oktopost scheitern viele Social-Selling-Programme nicht an der Strategie, sondern an mangelnder Konsistenz, weil Verkäufer ohne Unterstützung schnell wieder aufhören zu posten.
Outreach und Recht: UWG, Einwilligung und rechtssichere Alternativen
Direktansprache über LinkedIn ist kein rechtsfreier Raum. In Deutschland gilt für Werbenachrichten ohne ausdrückliche Einwilligung grundsätzlich § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Eine bloße Vernetzung gilt dabei nicht als Einwilligung.
Werbe-Nachrichten über LinkedIn und Xing ohne ausdrückliche Einwilligung des Empfängers sind unzulässiger Spam nach § 7 UWG.
So lässt sich die Einordnung aus der rechtlichen Analyse zu Social-Media-Werbenachrichten zusammenfassen, die sich unter anderem auf eine Entscheidung des OLG Hamm stützt. Unberechtigte Werbenachrichten können teure Abmahnungen nach sich ziehen, selbst wenn die Absicht gut gemeint war.
Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf folgende Workflows:
- Opt-in über Formulare oder Veranstaltungen einholen, bevor werbliche Inhalte verschickt werden.
- Double-Opt-in bei E-Mail-Flankierung nutzen, wenn LinkedIn-Kontakte in eine Mailingliste überführt werden.
- Content-basiertes Warm-Up statt Direktwerbung, also Kommentare und geteilte Inhalte vor jedem werblichen Kontakt.
- Unternehmenspostfach für offizielle Anfragen nutzen, wenn eine Anfrage klar als geschäftliche Kommunikation gekennzeichnet ist.
Diese Vorsicht kostet etwas Tempo, schützt aber vor Konflikten, die ein Social-Selling-Programm schnell diskreditieren können.
Messen und Reporting: KPIs, Tools und praktische Benchmarks
Ohne Zahlen lässt sich Social Selling im Unternehmen kaum rechtfertigen. Ein schlankes Set an Kennzahlen reicht meist aus.
- Profilansichten als früher Indikator für wachsende Sichtbarkeit.
- Vereinbarte Termine und Meetings als Brücke zwischen Aktivität und echtem Vertriebsergebnis.
- Qualifizierte Leads aus Social-Media-Kontaktpunkten, getrennt von anderen Quellen erfasst.
- Pipeline-Wert aus Deals, die nachweislich über LinkedIn-Kontakte entstanden sind.
- Engagement-Rate auf eigene Beiträge als Hinweis auf Content-Qualität.
- Social Selling Index (SSI) von LinkedIn als grobe Orientierung zur eigenen Plattformaktivität, nicht als harte Erfolgskennzahl.
Für ein saubereres Tracking lohnt sich eine Verknüpfung mit dem CRM, ergänzt durch UTM-Parameter auf geteilten Links und Alerts in Sales Navigator bei relevanten Aktivitäten von Zielkontakten. Wer Besuchsberichte und Aktivitäten händisch in Tabellen pflegt, verliert schnell den Überblick. Tools wie Report Fox helfen, Besuchsberichte und Vertriebsaktivitäten deutlich schneller zu dokumentieren, als es eine manuelle Erfassung erlaubt.
Der SSI eignet sich gut als internes Signal für Trainingsbedarf, sollte aber nie allein über Erfolg oder Budget entscheiden, da er Aktivität misst, nicht Umsatz.
Praxisinsight: Wie eine B2B-Matching-Plattform Social Selling ergänzen kann
Social Selling auf LinkedIn funktioniert gut für Sichtbarkeit und Beziehungsaufbau über Zeit. Für konkrete Projektanbahnungen oder die Suche nach freien Kapazitäten braucht es oft einen gezielteren Weg. Genau hier setzen wir mit Venthra an: Wir verbinden Unternehmen, Freelancer und Projektmanager über intelligentes Matching, das sich am tatsächlichen Geschäftsziel orientiert statt an reiner Reichweite.
Für Vertriebsteams ist das besonders dann nützlich, wenn ein konkretes Projekt ausgeschrieben werden soll, freie Kapazitäten vermarktet werden müssen oder ein passender Kooperationspartner für eine längerfristige Zusammenarbeit gesucht wird. Statt in einem breiten Netzwerk nach der Nadel im Heuhaufen zu suchen, lässt sich dieser Prozess in bestehende Follow-up-Abläufe einbauen: Ein über LinkedIn vorqualifizierter Kontakt kann über unsere Plattform strukturiert weiterverfolgt und das Projekt direkt dokumentiert werden.
Vertiefung zu Compliance-Themen im internationalen Kontext
Wer über Landesgrenzen hinweg Kontakte anspricht, muss beachten, dass sich die rechtlichen Maßstäbe für Werbenachrichten unterscheiden. Die in Deutschland geltenden Regeln aus dem UWG binden Unternehmen, die vom Inland aus oder gegenüber Personen in Deutschland werben. Für Kontakte in anderen europäischen Ländern greifen zusätzlich die Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung zur Verarbeitung personenbezogener Daten, etwa beim Export von Kontaktlisten aus LinkedIn in ein CRM.
International tätige Vertriebsteams sollten deshalb nicht automatisch annehmen, dass eine in einem Land zulässige Vorgehensweise auch anderswo erlaubt ist. Manche Länder verlangen ein ausdrückliches Opt-in für jede Form elektronischer Werbekommunikation, andere kennen schwächere Anforderungen. Wer über mehrere Märkte hinweg arbeitet, tut gut daran, die strengste geltende Regel als Mindeststandard für das gesamte Team zu etablieren, statt für jeden Markt eine eigene Grauzone auszuloten.
Praktisch bedeutet das: Outreach-Vorlagen und Einwilligungsprozesse sollten zentral dokumentiert und regelmäßig von einer rechtlich versierten Stelle im Unternehmen überprüft werden, besonders wenn neue Märkte hinzukommen. Eine einmal aufgesetzte Compliance-Checkliste verliert sonst schnell an Aktualität, wenn sich Rechtsprechung oder Marktgegebenheiten ändern.
Integration von Social Selling in den gesamten Vertriebsprozess
Social Selling funktioniert nicht als isolierte Aktivität neben dem eigentlichen Vertrieb, sondern muss in die bestehende Pipeline eingebettet werden. Das beginnt bei der Lead-Qualifizierung: Ein über LinkedIn gewonnener Kontakt braucht dieselben Qualifizierungskriterien wie ein Lead aus einer Messe oder einer Kampagne, sonst entstehen zwei getrennte, schwer vergleichbare Vertriebswelten.
Sinnvoll ist eine klare Übergabe zwischen den Phasen: Marketing liefert Content und erste Signale, Vertrieb übernimmt ab dem Moment, in dem ein Kontakt echtes Interesse zeigt, etwa durch wiederholte Interaktion oder eine direkte Rückfrage. Diese Übergabe sollte im CRM genauso dokumentiert sein wie jede andere Vertriebsphase, inklusive Quelle, erstem Kontaktpunkt und bisherigem Verlauf.

Auch die Forecast-Logik profitiert davon, Social-Selling-Leads nicht separat, sondern als integralen Teil der Pipeline zu behandeln. Wird ein LinkedIn-Kontakt erst nach Wochen der Kommentarinteraktion zum echten Gespräch, verzerrt eine isolierte Betrachtung die Vertriebszahlen. Wer Social Selling als zusätzlichen Kanal neben, statt als Teil des Vertriebsprozesses betrachtet, verliert am Ende den Überblick darüber, welche Maßnahme tatsächlich zum Abschluss beigetragen hat.
Best Practices für den Umgang mit Gatekeepern und Entscheidungsträgern
In größeren Unternehmen landet eine erste Anfrage selten direkt beim Entscheider. Assistenzen, Einkaufsabteilungen oder Teamleitungen filtern vor, bevor ein Thema überhaupt die Entscheidungsebene erreicht. Wer das ignoriert und ausschließlich die oberste Führungsebene anspricht, verschenkt wertvolle Fürsprecher innerhalb des Unternehmens.
Ein bewährter Ansatz besteht darin, mehrere Kontakte innerhalb derselben Organisation parallel aufzubauen, etwa eine Fachkraft, eine Führungskraft und gegebenenfalls eine Einkaufsperson. Dieses Vorgehen, im Vertrieb oft als Multithreading bezeichnet, verteilt das Risiko, dass ein einzelner Kontakt das Unternehmen verlässt oder schlicht nicht reagiert.

Gatekeeper verdienen dabei echten Respekt statt taktischer Umgehung. Wer eine Assistenz oder eine Fachabteilung mit nützlichem Content versorgt, baut intern Fürsprache auf, die beim Entscheidungsträger später mehr Gewicht hat als eine kalte Anfrage von außen. Entscheidungsträger selbst reagieren erfahrungsgemäß eher auf kurze, konkrete Einblicke mit klarem Geschäftsbezug als auf lange Vorstellungsnachrichten. Eine kurze Beobachtung zu einer branchenspezifischen Herausforderung, verbunden mit einer offenen Frage, funktioniert in der Praxis oft besser als eine ausführliche Leistungsbeschreibung.
Kurzvorstellung: Die Venthra-Mitgliedschaft als ergänzende Option
Für Teams, die neben LinkedIn eine gezieltere Anlaufstelle für Projekte und Kooperationen suchen, bieten wir mit der Venthra-Mitgliedschaft eine strukturierte Ergänzung. Sie richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen, Freelancer und Projektmanager, die konkrete Projekte vergeben, freie Kapazitäten anbieten oder passende Partner für eine längerfristige Zusammenarbeit suchen.
Die Mitgliedschaft umfasst:
- Intelligentes Matching, das sich am tatsächlichen Geschäftsziel orientiert, statt beliebige Kontakte vorzuschlagen.
- Zentrale Verwaltung von Kontakten, Projekten und Kommunikation an einem Ort.
- Projekt- und Kapazitätsboards für strukturierte Ausschreibungen und Angebote.
Aktuelle Preise finden Sie auf der Website. Wer prüfen möchte, ob dieser Weg zur eigenen Vertriebsstrategie passt, kann direkt Kontakt aufnehmen und die passenden nächsten Schritte besprechen.
FAQ
Was versteht man unter Social Selling?
Social Selling bezeichnet den Aufbau von Vertrauen und Sichtbarkeit über soziale Profile, um relevante Geschäftskontakte zu gewinnen, statt Produkte direkt zu bewerben. Nach Angaben von Oktopost befinden sich bis zu 95 % der Käufer zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht aktiv im Kaufmodus, weshalb Sichtbarkeit über längere Zeit wichtiger ist als einzelne Verkaufsversuche.
Welche Trends gibt es im B2B-Vertrieb?
LinkedIn hat sich laut Vertriebszeitung als zentrale Plattform für B2B-Entscheider etabliert, ergänzt durch Employee Advocacy und engere Abstimmung zwischen Marketing und Vertrieb. Automatisierung gewinnt an Bedeutung, besonders beim Reporting und Nachhalten von Kontakten, ersetzt aber nicht die persönliche, authentische Ansprache.
Was verdient man im B2B-Vertrieb?
Konkrete Gehaltsangaben für den B2B-Vertrieb liegen uns nicht vor und lassen sich seriös nur über aktuelle Gehaltsstudien einzelner Branchen beantworten. Wer sich orientieren möchte, sollte branchenspezifische Vergütungsstudien für den eigenen Markt und die jeweilige Vertriebsposition konsultieren.
Welche Sales-Strategien gibt es für B2B?
Neben Social Selling über LinkedIn zählen klassische Netzwerkpflege, Empfehlungsmarketing und gezielte Content-Strategien zu den gängigen B2B-Ansätzen. Ergänzend können Matching-Plattformen wie Venthra dabei helfen, konkrete Projekte oder Kapazitäten gezielt mit passenden Partnern zusammenzubringen.
Ist Direktansprache über LinkedIn in Deutschland erlaubt?
Werbenachrichten ohne ausdrückliche Einwilligung gelten nach § 7 UWG grundsätzlich als unzulässig, eine bloße Vernetzung reicht dafür nicht aus. Rechtssicherer sind Content-basiertes Warm-Up und ein vorheriges Opt-in, bevor werbliche Inhalte verschickt werden.
Quellen
- Social Selling and Trust in B2B: Why Visibility Drives Revenue | Oktopost
- Werbe-Nachrichten über LinkedIn und Xing sind unzulässiger Spam
- Social Selling auf LinkedIn: Nur Likes oder auch B2B-Leads? | Vertriebszeitung
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